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Kultur auf Mallorca

Vor zwanzig Jahren war es für die Menschen noch kein Thema wegen der Kultur nach Mallorca zu reisen. Zwar hatte die Insel kulturell gesehen schon immer sehr viel zu bieten, wie zum Beispiel die Ruinen aus der römischen Zeit, die alten Festungen und Paläste, die gut erhaltenen Stadtmauern und die Sakralbauten in Palma, aber mehr hatte es sonst leider nicht.

Reichhaltiges kulturelles Angebot

Eine Menge getan hat sich auf der spanischen Insel seit den 1990er Jahren. Heute finden kulturell Interessierte neben den Bauwerken aus der alten Zeit und den Relikten vergangener Jahrhunderte sehr viele Museen von sehr hohem Niveau. Hier vor allem Kunstmuseen und auch eine kaum noch überschaubare Anzahl an privaten Galerien. Hierzu zählen die Herrenhäuser Els Calderers bei Vilafranca und Can Marques in Palmas Altstadt, die Museen Ca N’Alluny und Sant Antoni und im Besonderen die Gemäldesammlung der Stiftung Jakober bei Alcudia. Während damals noch die Sommerkonzerte in den ehrwürdigen Gemäuern von Valldemossa bis Pollencadas die musikalischen Highlights des Jahres waren, erstaunt nun das inselweite Konzertprogramm von Klassik über Jazz bis hin zu Rock und Punk. Da sprechen die seitenlangen Veranstaltungshinweise der Zeitschriften Mallorca Magazin und Mallorca Zeitung für sich. Jeder der möchte, kann sich in der heutigen Zeit ohne Probleme für seine Mallorcareise das Thema Kulturgenuss in den Mittelpunkt stellen und sich ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm zusammenstellen. Am besten dafür ist ein Quartier in der Hauptstadt Palma.

Sprachliche Verwirrungen

Als erstes unter der Fülle der kulturellen Eigenheiten Mallorcas fällt jedem Touristen zuallererst die Sprache ins Auge. Es muss nur auf die Wegweiser und Ortsschilder geachtet werden. Hier betreiben extreme Autonomisten einen Sprühdosenkrieg vor allem gegen Palma. Alles, was vom Mallorquín abweicht und damit eine kastellanische Bezeichnung ist, wird über gesprüht. Da bei Weitem nicht alle Bewohner der Insel Eingeborene sind, sondern viele von ihnen vom Festland übergesiedelt sind, steht der konsequenten öffentlichen Umbenennung gegen den eingeschliffenen Sprachgebrauch im Wege. Aber auch unter den eingeborenen Insulanern hält sich die Begeisterung für die eigene Sprache in Grenzen, zumindest ist sie doch sehr geteilt. Was wohl nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe hat. Denn zumindest für eine Übergangszeit wäre eine totale Umstellung für die immerhin fast fünf Millionen Touristen jährlich, von denen viele auch aus Spanien selber kommen. Daher sind das offizielle Bekenntnis zum Mallorquín und die praktische Umsetzung in das alltägliche Leben zwei Paar Schuhe.

Die Existenz des Mallorquín ist nichtsdestoweniger neben dem Castellano in allen Bereichen des Lebens der Insel zu einem unübersehbaren Faktum geworden. So gibt es eine Reihe von Ortsnamen, bei denen sich die mallorquinische Schreibweise bereits durchgesetzt hat. Genauso wurden Straßennamen, die einen Bezug zum Franco Regime hatten, verändert und unter einer neuen Bezeichnung gleich sprachlich angepasst. Doch die Stadtpläne folgen hier erst mit erheblicher Verzögerung. Auf Mallorquín erscheinen mittlerweile bereits mehr und mehr Zeitungsartikel und einzelne Publikationen auch komplett. Das literarische Angebot kann sich bereits mit den verfügbaren spanischsprachigen Titeln messen.

Bei allem Hin und Her sind die Auswirkungen auf den Touristen jedoch gering. Hier und dort gibt es höchstens einen Wegweiser, der einen Anlass zum Zweifeln gibt. Doch was ähnlich klingt ist meist identisch. Allerdings gilt dieses nicht für die beiden Sprachen. Zwar weisen Mallorquinisch und Hochspanisch sehr viele Ähnlichkeiten auf, jedoch ist ein mallorquinischer Text auch für jemanden mit guten Spanischkenntnissen eine Herausforderung. Zwischen beiden Mundarten liegen verbale Welten. Die amtliche Verkehrssprache der Insel ist aber Kastellanisch. Nur in den Dörfern im Inneren der Insel sprechen die meisten der Menschen von eh und je her mallorquin. Doch die Reiseberichte Mallorca beweisen immer wieder, dass ein Tourist auch ganz ohne Sprachkenntnis zurecht kommt. Also ist die Frage nach der Sprache für einen solchen auch sehr unerheblich.

Spanischkenntnisse sind nicht notwendig

Ganz egal, ob ein Tourist nun per Pauschalreise oder per Last minute Mallorca erkunden möchte, ist es für ihn doch ganz nützlich, wenn er einige wichtige Begriffe, Zahlen und Floskeln in einem Reiseführer findet. Dies gilt vor allem in Hotels und Restaurants. Doch Mallorca scheint hier eine Ausnahme zu bilden. Auf der Insel sprechen so gut wie alle im Dienstleistungsbereich Arbeitenden deutsch. Vom Hotelpersonal, über den Wirt in der Kneipe bis hin zur Kassiererin im Supermarkt. Und wenn eine Kellnerin in einem Restaurant einmal nicht so perfektes Deutsch sprechen sollte und es zu Verständigungsproblemen kommt, hilft die zumeist in vier Sprachen gedruckte Speisekarte. Doch zu solchen Schwierigkeiten kommt es auf Mallorca nur in sehr seltenen Fällen. Somit muss sich kein Tourist auch nur den Ansatz von Sorgen machen, dass er auf der spanischen Insel aufgrund sprachlicher Defizite nicht zurecht kommt.

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