Wanderlust statt Ballermann
Die spanische Insel im westlichen Mittelmeer Mallorca ist einer der beliebtesten Urlaubsorte der Deutschen und circa 170 km vom spanischen Festland bei Barcelona entfernt. Im Vergleich zu Menorca ist Mallorca die „größere Insel“ (insula maior) und beherbergt die Hauptstadt der Balearischen Inselgruppe Palma.
Pro Jahr kommen rund 10 Millionen Touristen auf die Insel – allen voran die Deutschen und die Briten. Für die Mallorquiner stellt der Dienstleistungssektor des Tourismus mit 75 Prozent die Haupteinnahmequelle dar. Geradezu zum Ort des Massentourismus mutiert, ist die Insel meist gut besucht und im Sommer oft mehr als überlaufen. Neben dem Ballermann, den zahlreichen Stränden und der Hauptstadt Palma bleiben auch alle anderen Flecken von Touristen meist nicht unentdeckt.
Die Möglichkeiten der Urlaubsgestaltung reichen auf Mallorca von entspannend über sportlich bis hin zum Partyurlaub. Ob mit Familie in einer Finca, in einem All-Inclusive-Club oder als Individualtourist – auf der Insel Mallorca kommt scheinbar jeder auf seine Kosten. Neben den feierlustigen Menschenherden auf dem Ballermann und den klassischen Familien und Pärchen an den zahlreichen Stränden der Insel, gibt es bisher allerdings nur eine geringe Anzahl an Individualtouristen, die Mallorca auf eigene Faust erkunden. Dies scheint sich aber aufgrund der wunderbaren Wander-, Kletter- und Radfahrmöglichkeiten, die Mallorca zu bieten hat, sehr zu lohnen. Gerade Wander- und Naturfreunde kann die Insel noch viele stille Winkel, wundervolle Panoramen und Wandertouren bieten. Man stößt bei Wanderungen in den höchsten Berge Teix, Massanella und L’Ofre auf besondere Pflanzen, findet Bergziegen und Esel und kann in diesen entlegeneren Gebieten wohl mehr Vögel und andere Tiere als Menschen beobachten. Die tummeln sich dann doch eher in Strandnähe.
Das Hinterland von Mallorca ist noch unberührt und meist in Privatbesitz
Bei der Planung von Wander- und Radfahrtouren sollte man jedoch unbedingt beachten, dass ein Großteil des Hinterlands Mallorcas in Privatbesitz ist und einem manch schöner Weg dadurch verschlossen bleibt. Gelegentlich erheben Besitzer auch Gebühren, um ihre Privateigentümer durchqueren zu dürfen. Durch die steigende Anzahl an Individualtouristen fernab des Massentourismus an den Stränden und in den Städten, wächst aber der Widerstand der betroffenen Großgrundbesitzer im Hinterland, die sich die Ruhe und Unberührtheit ihres Stückes Mallorca auch in Zukunft bewahren wollen.
Damit diese Überquerungsprivilegien in Zukunft dennoch bestehen bleiben und noch vielen Touristen ermöglicht werden, sollte man sich als Naturfreund an Regeln halten und ein gesundes Umweltbewusstsein entwickeln. Nehmen Sie Ihren Abfall deswegen wieder mit nach Hause und lassen sie ihn nicht in der Gegend liegen. Auch noch so leckeres und saftiges Obst an Bäumen sollte weder gepflückt noch gegessen werden, es sei denn, es wurde ausdrücklich vom jeweiligen Besitzer erlaubt und angeboten. Viele Blumen und Pflanzen stehen unter Naturschutz. Belassen Sie die Natur demnach so, wie sie ist und beachten Sie unbedingt Schilder wie „Prohibido ei Paso“ und „Camino Particular“ (Durchgang verboten). Diese stehen nicht umsonst dort und sollten unbedingt respektiert werden. Schützen Sie die bisher noch unentdeckten Flecken der Insel, so dass Sie und andere Touristen noch lange von der unberührten Natur bei einem Mallorca Urlaub profitieren können und den unglaublichen Naturschauspielen, insbesondere im Frühjahr während der Mandelblüte, beiwohnen können.
Posted: Mai 28th, 2010 under Allgemein.
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