Mallorca, Nichtraucherschutz und die Krise
Die liebste Urlaubsinsel der Deutschen wurde von der Finanzkrise besonders schwer getroffen. Um 10 Prozent brachen die Besucherzahlen ein und die, die dann doch kamen hatten das Portemonnaie lange nicht so locker sitzen, wie in den vergangenen Jahren, so dass die Verluste noch höher zu beziffern sind. Auch die Nebensaison, in der man sich mit Werbekampagnen vor allem bei Rentnern anbiedern wollte, läuft bei weitem nicht so, wie geplant. Francisco Marín, Präsident der ansässigen Hoteliersvereinigung, meldete die Kampagne denn auch als gescheitert. Nur 25 Hotels an der Playa de Palma öffnen im Winter die Türen für Touristen.
Gegen den Einnahmenschwund wollen Reiseveranstalter und Hoteliers allerdings im kommenden Jahr mit unterschiedlichen Strategien angehen. Während sich die deutschen Reiseveranstalter mit kleinen Rabatten eine Belebung des Geschäfts erkaufen wollen, sollen die Gewinneinbußen bei zahlreichen Hotelfinca-Besitzern durch Preiserhöhungen auf die übrigen Kunden abgewälzt werden. Dass dieses Konzept effektiv die Einnahmen steigert, darf wohl berechtigt bezweifelt werden, denn gerade für teure Übernachtungen ist die Klientel in Zeiten der Krise eher überschaubar. Allgemein ist das Preis-/Leistungsverhältnis aufgrund der von jeher großen Beliebtheit der Ferieninsel ziemlich mangelhaft.
Zwar hofft man auf Mallorca auf eine Entspannung der Lage in der kommenden Saison, die Wirtschaft scheint sich schließlich auch in anderen Branchen langsam wieder zu erholen, jedoch blickt man diesbezüglich skeptisch auf den neuerlichen Versuch, das Gesetz zum Nichtraucherschutz endlich konsequent durchzusetzen. Das Gesetz war bereits vor Jahren verabschiedet worden, allerdings wurde bereits ein Jahr später wieder ein ganzes Stück zurück gerudert und so fand der Nichtraucherschutz praktisch nicht statt. Nun will man sich dem Rest der EU anpassen. Totales Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden und der Gastronomie ist zur Mitte nächsten Jahres geplant. Verständlich, dass Bar- und Restaurantbesitzer erneut ihre Felle davon schwimmen sehen, war Mallorca doch bisher immer ein Paradies für Raucher.
Schaut man sich die Auswirkungen des öffentlichen Rauchverbots in den restlichen EU-Ländern näher an, entstehen jedoch Zweifel daran, dass eine solche Angst begründet ist. Entgegen den ursprünglichen Befürchtungen können Gastronomiebetriebe auch weiterhin Raucher als Kunden willkommen heißen. Diese gehen einfach zum Rauchen für einen kurzen Moment vor die Tür und konsumieren, zumindest für die Zeit im jeweiligen Lokal, ein paar Zigarettten weniger als gewöhnlich.
Posted: November 3rd, 2009 under Allgemein.
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