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Ostern auf Mallorca: Trübes Wetter, mieses Geschäft

Wer dieses Jahr über Ostern die Reise nach Mallorca antrat, dem eröffnete sich ein ganz neues Bild von der spanischen Balearen-Hochburg: keine überlaufenen Bars, keine überfüllten Restaurants, Schnäppchen-Preise in den Hotels. Wie das deutschsprachige „Mallorca Magazin“ schreibt, galten für den Mallorca-Osterurlauber dieses Jahr wahrhaftig königliche Zustände, abgesehen vom miesen Wetter. Während über Deutschland die pralle Sonne strahlte und mediterranes Ambiente an Elbe oder Spree zauberte, hingen über den Balearen graue Regenwolken.

Getrübt war nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung bei den Gastronomen und Hoteliers: Die Wirtschaftskrise macht sich auch auf Mallorca bemerkbar, teils frappante Umsatzeinbussen schlagen aufs Gemüt jener Leute, deren Existenz vom Tourismus abhängt. Während Briten und Spanier, beide arg gebeutelt von der globalen Krise, der Balearen-Insel fern blieben, waren es die treuen deutschen Urlauber, die für etwas Optimismus sorgten: An der Playa de Palma waren dank der Reisefreudigkeit deutscher Osterurlauber 85 Prozent aller geöffneten Hotels ausgelastet. „Der deutsche Tourismus hat viele Hotels gerettet“, zitiert das „Mallorca Magazin“ Antoni Horrach, Vereinspräsident der mallorquinischen Hoteliers. Dies bestätigt der Präsident des Hotelverbands Playa de Palma, Francisco Marin, weist aber auch auf die „nie dagewesenen Preisnachlässe“, von denen deutsche Touristen profitiert hätten, hin.

Obwohl ein deutlicher Umsatzrückgang zu Ostern prognostiziert wurde, erschütterten die massiven Einbrüche dennoch: Die über Ostern geöffneten Mittelklasse-Hotels verzeichneten im Durchschnitt eine Belegungsrate von 65 Prozent, viele hatten gar nicht erst geöffnet. Am touristischen Lieblingsstrand Colònia de Sant Jordi lag die Rate sogar noch unter dem Durchschnitt: Obwohl nur fünf von 17 Hotels geöffnet hatten, waren gerade mal 60 Prozent aller Zimmer ausgelastet.

In der allgemeinen Not, ist auf der Insel ein branchenübergreifender Kampf um die Gunst der Touristen entfacht: Die Gastronomen schießen Giftpfeile gegen die Hotelindustrie und kritisieren die neuen „Vollpension“ – und „All Inclusive“-Angebote, mit denen die Hotels locken. Die Restaurantbesitzer befürchten, dass diese die Gäste von einem Besuch im Restaurant abhalten werden.

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